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Hangar

Unten aufgeführt ist ein Protokollauszug der GGR Sitzung vom 13. Februar 2014.

Daraus können Sie entnehmen wie die übrigen Fraktionen mit unserer Motion umgegangen sind.

1. Sitzung des Grossen Gemeinderates (GGR) vom 13.02.2014

10.3.72 Motionen
63.14.30 Unterhalt Jugend und Freizeithaus (früher: 63.682)
6. Motion FORUM-Fraktion betreffend Standortänderung des Hangars; Erheblicherklärung/Ablehnung resp. Umwandlung in ein Postulat
Ratspräsidentin Renate Bolliger (EVP): Die gemeinderätliche Stellungnahme wurde den Parlamentsmitgliedern zugestellt. Zuerst kann sich der Erstunterzeichner der Motion zum Geschäft äussern.
Roland Rüfli (FORUM): Die Ausgangslage ist die, dass seit einiger Zeit in Ostermundigen die Bauwut eingesetzt hat. Unter anderem wo früher der Schiessstand in Betrieb war, werden jetzt diverse Wohnungen erstellt. Die Fussballfelder sollen verlegt werden. Die Zukunft des Hangars und das wie weiter stehen noch offen. Vor einigen Tagen habe ich den Leiter Jugendamt aufgesucht, um mir die Räumlichkeiten vor Ort ansehen zu können. Der heutige Zustand ist noch einigermassen in Ordnung, jedoch sind diverse Einrichtungen nicht mehr dem Zeitgeist entsprechend. Massnahmen zur Eindämmung des Lärms wurden ausgeführt. Doch das Dach zeigt Altersschwächen. Zudem wurde eine Verminderung des Lärmpegels eingeführt, was einem Jugendhaus "Light" gleichkommt. Für die Jungen ist der Hangar eine immer weniger attraktive Stätte. Dem Hangar hat somit das letzte Stündlein geschlagen.
Anstatt am bestehenden Gebäude eine Sanierung auszuführen, sollte man sich nach einem anderen Standort umsehen. Deshalb käme es im Perimeter ESP-Bahnhof am besten zu stehen. ÖV-freundlich und zentral platziert, zudem weniger lärmgeplagte Anwohner, die sich wie jetzt beklagen, wenn es wieder einmal laut zu und her geht. Das eingesparte Geld könnte so in einen Fonds gelegt werden, so dass bei der Planung des Areals, welches sich schon viele Jahre hinzieht, dieses Geld für ein neues Gebäude verwendet werden könnte.
Die Schallschutzwände auf der einen Seite des Bahntrassees und auf der anderen Seite der Wald sind gute Optionen. Auch für die Sicherheit mittels eines Maschendrahtzaunes bei den Geleisen, wie es der Wankdorfplatz Bern hat, ist eine Begehung ohne negative Folgen gewährleistet. Die Jugendlichen sollen wieder Freude bekommen, sich austoben können und nicht immer mit Verboten rechnen müssen. Schliesslich müssen die Sportler auch zwischen-durch die Sau raus lassen, wenn es ihnen danach zu Mute ist.
Die Antwort des Gemeinderates ist unbefriedigend und die Motion soll vom Parlament über-wiesen werden, da ein Postulat nicht den Effekt bringt, den wir uns wünschen.
Tobias Weibel (FDP): Die FDP.Liberale-Fraktion unterstützt den gemeinderätlichen Antrag, die vorliegende Motion in ein Postulat umzuwandeln. Das heutige Gebiet und der Standort des Jugendhauses kann an den Bahnhof verschoben werden. Der Hangar ist ein Flickwerk und es lohnt sich nicht mehr, grosse Geldsummen in Sanierungsarbeiten zu investieren. Die Renovation des Dachs bringt das Fass zum Überlaufen.
Aus all diesen Gründen unterstützt die FDP.Liberale-Fraktion das gemeinderätliche Legislatur-ziel in dieser Angelegenheit.
Silvia Fels (EVP): Als EVP-Fraktion sind wir der Überzeugung, dass der in der Motion geforderte neue Standort für das Jugend- und Freizeithaus "Hangar" im Bereich des ESP-Bahnhof zum jetzigen Zeitpunkt nicht passend ist. Wir haben uns mehrmals als GGR „pro Hangar" ausgesprochen und mit den ganzen angepassten Benützungsvorschriften Einiges in die Wege geleitet, so dass sich die Bewohnerinnen und Bewohner der Überbauungen Jurablick und Oberfeld mit den gegebenen Umständen aus unserer Sicht abfinden können. Auch benutzen viele Familien aus der Jurablicküberbauung die Angebote des Hangars. Zudem ist wieder einmal zu erwähnen, dass der Hangar bereits viel länger besteht als die neuen Überbauungen. Den Bauherrschaften war bekannt, dass sich das Jugend- und Freizeithaus in ihrer Nach-barschaft befindet. Auch wäre ein Umzug des Hangars wegen der baulichen Mängel (Dach etc.) mit enormen Kosten verbunden.
Wir sind der Meinung, dass das Thema "Jugend in Ostermundigen" im geplanten Leitbild „Soziales und Gesellschaft" weiterbehandelt und im grösseren Kontext besprochen werden soll. Wir lehnen deshalb die Motion ab, sind aber bereit, die Umwandlung in ein Postulat zu unterstützen.
Martin Studer (SVP): Für mich persönlich liegt sehr viel Herzblut im Hangar. Meine Jugendjahre habe ich dort verbracht. Ich habe mitgeholfen, Anlässe für Jugendliche zu organisieren. Sanierungsarbeiten haben wir als Freiwilligenarbeit selber vorgenommen.
Der Standort ist nicht für alle Anwohnenden ideal. Für mich als Jurablickweganwohner ist der Standort ideal. Wir wissen, wo sich unsere Kinder und Jugendliche in der Freizeit aufhalten. Viele Neuzuziehende am Oberfeldweg schätzen diese Situation.
In letzter Zeit wurden für eine kleine Anzahl von reklamierenden Anwohnern Lärmschutzmassnahmen installiert. Das Jugendhaus wird heute nicht mehr vermietet. Externe Events sind im Hangar nicht mehr durchführbar. Die finanziellen Einschränkungen sind für die Gemeinde Ostermundigen nicht unerheblich.
Der Standort "Bahnhof" ist für die Jugendlichen eine Verlegung an einen gefährlichen Stand-ort direkt an die Bahnlinie. Mutproben unter Jugendlichen können hier zu Todesfällen führen.
Die SVP-Fraktion unterstützt den Vorschlag des Gemeinderates.
Stimmenzähler Andreas Burckhardt (Grüne): Die SP/Grüne-Fraktion ist nicht zum gleichen Schluss wie der Vorredner gekommen. Ein Jugendtreff in der Nähe zum Bahnhof wäre sicher ein attraktiver Standort. Die Umwandlung in ein Postulat, wie vom Gemeinderat vorgeschlagen, können wir unterstützen. Wenn es gelingt, dass Jugendhaus noch mehr ins Ortszentrum zu verlegen, würde uns dies freuen.
Im Motionstext wird der Gemeinderat aufgefordert, sich für einen neuen Standort einzusetzen. Wird so der Standort "Hangar" in Frage gestellt, bevor ein besserer Ersatzstandort bekannt ist?
Melanie Gasser (GLP): Viel Geld in die Hände zu nehmen, ohne zu wissen, was damit geschieht? Ist der Hangar in seiner heutigen Form noch das, was die Jugendlichen heute wollen? Vielleicht würden mehrere kleinere Jugendtreffs den heutigen Bedürfnissen mehr entsprechen. Es gilt alles sorgfältig zu prüfen. Das bestmögliche Resultat muss angestrebt und ein attraktiver Standort für die Ostermundiger Jugend erarbeitet werden. Schnellschüsse sind bei der vorliegenden Thematik keine vorzunehmen!
Ob der Standort "Bahnhof" bezüglich Sicherheit das "Ei des Kolumbus" ist - da melden auch wir gewisse Zweifel an. Die CVP/GLP-Fraktion stimmt dem Vorschlag des Gemeinderates zu, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.
1. Vizepräsident Bruno Grossniklaus (SP): Die SP/Grüne/Gewerkschaften-Fraktion hat im letzten Jahr ein Legislaturprogramm erarbeitet. Darin wird festgehalten, dass Jugend- und Freizeithaus beizubehalten. Der Standort des Hangars sollte solange nicht gewechselt wer-den, bis ein besserer Standort gefunden wird. Damit bin ich einverstanden.
Ich persönlich bin mit der Motion wie auch mit dem Postulat nicht einverstanden. Martin Studer (SVP) hat mir aus dem Herzen gesprochen: Wenn wir heute in den Hangar gehen, dann ist dies vielfach mit Jugenderinnerungen verbunden. Ich würde es als Bankrotterklärung der Ostermundiger Politik verstehen, wenn infolge von zwei anliegenden Wohnparteien Stress auf die ganze Infrastruktur ausgeübt wird. Ich bin nicht dafür, dass wir deshalb unser Jugendhaus opfern.
Departementsvorsteher Soziales Synes Ernst (CVP): Besten Dank für die zahlreichen Voten. Aus allen geht das Bekenntnis für ein Jugendhaus hervor. Dieser Sachverhalt liegt im Interesse des Gemeinderates. Der Gemeinderat kümmert sich um das Jugendhaus und um seinen Standort. Die Jugendpolitik ist ein wichtiger Sektor der Ostermundiger Politik (siehe Legislaturziele). Ich möchte noch einige Anmerkungen anbringen:
i Standort Bahnhof

Hier sind Entwicklungen im Gange, welche wir nicht beeinflussen können. In diesen Raum ein Jugendhaus zu fixieren, ist falsch. Das Baugebiet gehört nicht der Gemeinde Ostermundigen. Ein Standort so nahe am Schienennetz ist gefährlich. Immer wieder wird über Unfälle mit Jugendlichen bei Gleisanlagen berichtet. Die besten Absicherungen nützen wenig.
i Jugendhaus und Standort Hangar

Der Gemeinderat steht hinter dem Jugendhaus. Der Standort kann nicht isoliert betrachtet werden. Der Hangar ist Ausdruck einer jahrelangen Jugendpolitik in Ostermundigen. Die Jugendpolitik ist im Wandel. Im Rahmen des Leitbildes muss aufgeklärt werden, ob der heutige Standort der Richtige ist. Der heutige Standort kommt uns teuer zu stehen. Ein Kredit für die Dachsanierung muss letztendlich vom Parlament bewilligt werden.
i Wohin bewegt sich die Jugendpolitik?

Vielleicht ist auch ein dezentraler Standortwechsel innerhalb der Gemeinde Ostermundigen die bessere Lösung. Wir dürfen uns heute nicht auf ein grosses Jugendhaus fixieren. Zuerst ist die Definition der Jugendpolitik und nicht der Standort des Hangars festzulegen.
1. Vizepräsident Bruno Grossniklaus (SP): Ich möchte den Departementsvorsteher Soziales nur noch auf einen Punkt hinweisen. Abklärungen sind immer gut.
1. Die Realität zeigt, dass der Hangar immer noch ein lebendiger Ort für die Jugend ist. Also ist das Bedürfnis dafür vorhanden.
2. Der Hangar ist stets als Kulturzentrum von Ostermundigen verstanden worden und diesem Umstand ist ebenfalls Rechnung zu tragen.

Departementsvorsteher Soziales Synes Ernst (CVP): Die Betriebsführung des Hangars mit den heutigen Einschränkungen seitens des Regierungsstatthalters ist ein Eunuch! Die Jugend kann hier keine Feste oder Feiern durchführen. Private Veranstaltungen sind nicht mehr zu-lässig. Wir dürfen lediglich drei lärmige Veranstaltungen pro Jahr durchführen. Eine Jugend, welche jährlich lediglich drei Feste durchführen kann, ist zu stark eingeschränkt.
Wenn die Lärmsanierungsmassnahmen vorgenommen werden, kann der Hangar wieder uneingeschränkt betrieben werden. Doch um diesen Zustand zu erreichen, müssen wir ungefähr eine Million Franken in die Hände nehmen. Ist das Parlament bereit, diesen Betrag zu bewilligen?
Ernst Hirsiger (SVP): Wenn der Gemeinderat im Laufe seiner Abklärungen zu Schluss kommen sollte, die dezentralen Standorte seien für die Jugendpolitik die bessere Lösung, dann wünsche ich ihm schon heute viel Glück, diese zu finden.
Ratspräsidentin Renate Bolliger (EVP): Es liegen keine weiteren Wortmeldungen zum Ge-chäft vor. Der Erstunterzeichner hält an seiner Motion fest. Der Grosse Gemeinderat (GGR) fasst mit 34 zu 3 Stimmen den folgenden
Beschluss:
Die Motion der FORUM-Fraktion betreffend Standortänderung des Hangars wird abgelehnt.

Protokoll Grosser Gemeinderat Sitzung 2014/1 (Orginalfassung)


 
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